Profitipp - Sicherheit

von Heribert Sendlhofer

Jäger pflegen die Kameradschaft und jagen gerne in Gesellschaft.
Es ist schön, die eigene Jagdleidenschaft mit anderen zu teilen
– leider ist es auch besonders gefährlich.

Nur, wer sich das erhöhte Sicherheitsrisiko bewusst macht und sich an die Regeln hält,
kann diese besonders erlebnisreiche Form des Jagens gefahrlos genießen.

Sicherheit geht vor Tradition.
Sicherheit steht bei allen Jagdarten an erster Stelle. Allzu schnell kann aus Leichtfertigkeit,
Jagdleidenschaft oder Unwissen ein Unglück geschehen. Deshalb sind einige
wichtige die Jagdwaffe und die Bekleidung betreffende Grundsätze immer zu beachten.

Signalbänder, Signalkappen und rote Jacken.
„Sehen und gesehen werden“ lautet eine einfache Grundregel.
Noch vor Jahren war es bei uns undenkbar, ein Signalband am Hut, geschweige
denn eine rote Jacke, zu tragen. Im skandinavischen Raum und in Amerika
gehört dies zur Standardausrüstung bei der Jagd und ist schon lange üblich.
Unser traditionelles Jägergrün ist aus Sicherheitsgründen nicht ideal.
Forschungen haben ergeben, dass es auch gar nicht so zweckmäßig ist,
wie angenommen:
Dunkle Farbtöne wie Grün und Blau werden vom Wild besonders gut wahrgenommen,
während Orangetöne als Tarnfarbe optimal sind.
Signalbänder, Signalkappen und rote Jackenn sollten daher zur Standardausrüstung
gehören, auch wenn sie vom Gesetzgeber noch nicht vorgeschrieben sind.

Jeder Schütze verantwortet seinenSchuss.
Besondere Anforderungen werden an die Schützen gestellt. Unwissen, Stress oder
Jagdleidenschaft sind keine Entschuldigung für Fehlleistungen. Jeder Schütze ist
für seinen Schuss selbst verantwortlich. Er muss die Wirkung des Kugel- oder
Schrottschusses unter allen möglichen Voraussetzungen kennen.
Beim Kugelschuss wird die Ablenkung der Geschosse weit unterschätzt.
Geht man im ungünstigsten Fall von einer 45-gradigen Ablenkung durch Steine,
Bäume, gefrorenen Boden, Wasser oder auch Knochentreffer beim Wild
aus, potenziert sich der Gefahrenbereich erheblich. (Siehe Grafik 1)


Schüsse in Schneisen.
Sind mehrere Schützen in einer Schneise aufgestellt und kommt es
zu einem Schuss auf das Wild, ist der Gefahrenbereich enorm groß.
Geht man von einer 45-gradigen Ablenkung aus, befinden sich häufig die
Nachbarschützen bereits im Gefahrenbereich.
Auch Kugelfänge werden dann wirkungslos. Beim Schrotschuss wird die
Streuung und Ablenkung der Schrote zu wenig beachtet und vielfach zu tief geschossen.

Grundregeln für die Sicherheit

• Signalkleidung tragen

• Waffe nur mit geöffnetem Verschluss, oder bei Kipplaufwaffe gebrochen führen.

• Kontakt mit den Nachbarschützen aufnehmen und Schussfeld abstimmen,
nicht nur auf den Ansteller verlassen.

• Waffen erst am Stand laden.

• Stand nicht verlassen, auch nicht zu einer kurzen Nachsuche.

• Geladene Waffe nie in Richtung Schützen oder Treiber halten, ausschließlich
Richtung Kugelfang, Schrotwaffen immer nach oben halten.

• Nicht durch die Schützenkette linieren.

• Büsche sind kein Kugelfang, Gellergefahr bei Bäumen beachten.
• Waffe nach dem Abblasen sofort entladen, Verschluss öffnen und
Kipplaufwaffen brechen.

• Kein Kugelgeschoss ohne Kugelfang abgeben, Gefahrenzone liegt bei über 5 km.

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